Verband für Orts- und Flurnamenforschung in Bayern e. V.

 

Ziele und Tätigkeit

 

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Bayern ist das einzige Bundesland Deutschlands, in dem die Namenforschung nicht in erster Linie von staatlichen Institutionen (meist Archiven, Hochschulen oder Forschungsstellen) betrieben wird. Hier hat nach dem Prinzip der Subsidiarität der „Verband für Orts- und Flurnamenforschung in Bayern e. V.“ die Aufgaben der Bewahrung und Erforschung von Namen übernommen.

Der Verband verfolgt mit Unterstützung des Freistaates Bayern und von Bezirken sowie Kommunen gemäß seiner Satzung von 1977 hauptsächlich folgende Zwecke: "... die bayerischen Flurnamen zu sammeln und wissenschaftlich auszuwerten. Außerdem das Wissen um die Orts- und Flurnamen fördern." ( § 2).

Hauptziel des Verbandes ist es dabei, die mundartlichen und historischen Formen von Siedlungsnamen möglichst lückenlos zu erfassen und die seit 1920 in seinem Archiv angelegten Flurnamensammlungen für Bayern zu vervollständigen. Hierzu werden Forscher angeworben und beraten.

Von 1988 bis 2002 wurde durch die Förderung des Bayerischen Landtages auf Antrag des Verbandes, in Kooperation mit dem Haus der Bayerischen Geschichte, unter der Leitung von Dr. Wolf-Armin von Reitzenstein und Dr. Michael Henker, das landesweite Forschungsprojekt "Erfassung der Flurnamen in Bayern" durchgeführt. Ergebnisse des Forschungsprojektes wurden in der 1992 begonnenen Reihe Bayerisches Flurnamenbuch veröffentlicht.

Die seit 1920 erfassten Flurnamensammlungen bayerischer Altgemeinden sind im Bayerischen Flurnamenarchiv des Verbandes verwahrt und für die Öffentlichkeit zugänglich. Es ist auch möglich, Kopien der Sammlungen anzufertigen.

Vorhandene Flurnamensammlungen werden für Gemeinden, Schulen, Forscher und andere Interessierte bereitgestellt, die auf dieser Grundlage arbeiten. Gemeinden werden bei der Erhaltung von Flurnamen (auch im Rahmen der Straßennamengebung) unterstützt. Bei allen Verfahren der ländlichen Entwicklung in Bayern werden die Flurnamen begutachtet, ausgewählt und verbessert. Mitarbeiter der Direktionen für ländliche Entwicklung und Beteiligte an den Verfahren begleiten diese Arbeit durch die Ergänzung mit am Ort gebräuchlichen Namen.

Wichtig, besonders für die Ortsgeschichte, sind auch die Hausnamen, die sich in vielen Orten bis ins 20. Jahrhundert erhalten haben.

Die Weiterführung des „Historischen Ortsnamenbuches von Bayern", das seit 1951 von der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben wird, wird durch Beratung von Bearbeiter(innen) gefördert.

Die wissenschaftliche Zeitschrift "Blätter für oberdeutsche Namenforschung" erscheint seit 1958. Durch diese Zeitschrift, die neben der Veröffentlichung von Forschungsergebnissen auch eine laufende Bibliographie mit Neuerscheinungen zur Namenkunde in Bayern beinhaltet, werden interessierte Laien und die Fachwelt über die Namenforschung in und über Bayern informiert.

Die vom Verband seit 1938 herausgegebene Reihe „Die Flurnamen Bayerns“ enthält Monographien über einzelne Landkreise, Gemeinden und Themen.

 

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